Wird KI meinen Job ersetzen? Die Auswirkungen von KI auf Arbeitnehmer 

Die Einführung von GenAI in Unternehmen führt zu tiefgreifenden Veränderungen, sowohl auf technischer Ebene als auch in der Art und Weise, wie Menschen arbeiten. Doch welche Auswirkungen hat dies auf Arbeitnehmer, und wie können sie sich auf diese Transformation vorbereiten? 

Chancen durch KI-Einsatz 

GenAI übernimmt zeitaufwändige Routinearbeiten, wodurch Mitarbeiter von monotonen Tätigkeiten entlastet werden. Gleichzeitig kann sie kreative Prozesse unterstützen und sowohl die Qualität als auch die Effizienz der alltäglichen Arbeit steigern. Z.B. kann GenAI in der Marketingbranche dabei helfen, personalisierte Werbetexte oder Social-Media-Beiträge zu erstellen. Dies ermöglicht es einem Marketingmanager, sich stattdessen auf strategische Aufgaben wie die Entwicklung kreativer Marketingkonzepte zu konzentrieren. Durch die Einsparung von Zeit und Aufwand bei einfachen Aufgaben entsteht mehr Raum für schöpferische Tätigkeiten. „Künstliche Intelligenz nimmt uns einfache, standardisierbare Aufgaben ab und schafft dadurch Raum für Kreativität und die wirklich wichtigen Themen“, sagte Clarissa Haller (2019), damalige Kommunikationschefin der Siemens AG.

Risiken und Herausforderungen 

Trotz der Vorteile birgt die zunehmende Abhängigkeit von KI auch Risiken. Eine übermäßige Nutzung von KI-Tools kann dazu führen, dass Fähigkeiten wie kritisches Denken und Problemlösung nachlassen. Kritiker wie Noam Chomsky sehen GenAI-Tools als eine Möglichkeit, Lernen zu vermeiden, anstatt es zu fördern. Zum Beispiel, wenn sich ein PR-Manager zunehmend auf das KI-Schreibtool verlässt, um Pressetexte und soziale-Medien-Posts zu formulieren, könnte er sich mit der Zeit daran gewöhnen, die Vorschläge der KI ungeprüft zu übernehmen. Dadurch verliert er nach und nach das Gespür für Tonalität, Nuancen und strategische Wortwahl – essenzielle Fähigkeiten für professionelle Unternehmenskommunikation. Das Phänomen, dass Mitarbeiter KI-Ergebnisse unkritisch übernehmen, ohne sie zu hinterfragen, ist als „Automation Bias“ bekannt. 

Ein weiteres Problem ist das sogenannte „Paradox der Automatisierung“: Während einfache Aufgaben leicht automatisiert werden können, sind sie andererseits oft unerlässlich, um Fähigkeiten zu entwickeln, die für komplexere Herausforderungen benötigt werden. Ohne diese Grundlagen könnten Expertenwissen und Erfahrung verloren gehen, was in Bereichen wie Medizin oder Luftfahrt bereits zu kritischen Situationen geführt hat [1]

Darüber hinaus könnte der Einsatz von KI soziale Ungleichheiten verstärken. Wer Zugang zu fortschrittlichen KI-Tools hat, genießt einen deutlichen Vorteil gegenüber denen, die diesen Zugang nicht haben.

Die Zukunft des Arbeitsmarktes 

Während Jobverluste in Bereichen wie Übersetzung oder Datenverarbeitung den Arbeitsmarkt destabilisieren könnten, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach KI-Kompetenzen branchenübergreifend. Um sich an die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes anzupassen, sollten Arbeitnehmer kontinuierlich ihre Fähigkeiten erweitern und gezielt KI-Kompetenzen aufbauen, z.B. Prompt Engineering oder ethische KI-Nutzung. KI-Literacy wird dabei immer wichtiger, um eine effektive Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI zu ermöglichen. 

GenAI wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern, sowohl positiv als auch negativ. Unternehmen, die diese Technologie verantwortungsvoll einsetzen und ihre Mitarbeiter aktiv in den Transformationsprozess einbeziehen, werden langfristig konkurrenzfähig. Die Zukunft der Arbeit liegt in einer harmonischen Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht und KI als unterstützendes Werkzeug dient. 

Bild: Getty Images Signature / demaerre

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